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DIE NOTWENDIGKEIT

Meine Gedanken kreisen wie ein buntes Kettenkarussell umher. Sie driften ab, verlieren sich in den Wolken und den schönen Farben. Und bei all dem kam ich auf einen Gedanken der mich nicht mehr los ließ.



Es ist schon einige Wochen her, als ich mit meiner Familie spazieren gegangen bin und sich vor uns eine dunkle Wolkenwand breit machte. Wir dachten easy, die Runde schaffen wir noch und unser Hund braucht eh noch etwas Auslauf. Mit Gummistiefeln, quietschend wie ein nasser Autoreifen spazierten wir los und waren wie immer beeindruckt von der Macht, die ein so dunkler Himmel mit sich bringt. Wir waren ungefähr auf der Hälfte unserer Strecke, als die ersten Regentropfen ihren Platz auf unseren Regenjacke fanden. Mit jedem Tropfen mehr wussten wir, trocken kommen wir heute nicht nach Hause.

Und da wir an der Situation eh nichts mehr ändern konnten, der Regen immer heftiger wurde, fingen wir an uns das Naturschauspiel genau anzuschauen. Es schüttete mittlerweile aus Eimern und wir waren bis auf die Socken nass. Der kalte Regen fühlte sich so gut auf der Haut an, wir lachten, kreischten und rannten durch die Pfützen. Die Blicke unserer Hündin waren weniger begeisternd und holten uns nach einer Weile der Euphorie wieder zurück um den Heimweg anzutreten.

Der Regen wurde etwas schwächer und leises Donnergrollen kam dazu. Ganz weit weg von uns, hinten am Horizont, der noch so schwarz gefärbt wie Grillkohle war, konnten wir kleine Blitze entdecken. So schnell, dass es kaum möglich ist, die Form der Blitze zu erkennen und so hell, als würden tausend Funken gleichzeitig nach unten rauschen.

Der Himmel hat sich entladen. Voller Energie und Kraft ließ er los, was sich angestaut hatte. Regentropfen, Donnergeräusche und Blitze. Ich habe darüber nachgedacht und festgestellt, dass es uns Menschen oft ähnlich geht. Unser eigener Himmel, unsere Gedanken, mal luftig-leicht, mal wolkig-schwer, suchen ihren Weg sich zu entladen. In Momenten die wir bewusst steuern, oder auch einfach mal wie aus dem nichts über uns einbrechen. Beides ist notwendig um wieder klar zu denken, frei zu denken und sich neu zu ordnen.


Es hat mich fasziniert wie ähnlich wir der Natur doch sind. Wie wir so vieles mit ihr assoziieren können. Der Tanz im Regen, die Nässe auf der Haut, das Donnergrollen und die vielen Blitze, haben uns automatisch lebendig fühlen lassen. Wir haben uns losgelöst, von den Gedanken über die wir die Tage zuvor noch grübelten. Es fühlte sich wie ein Loslassen an, ein entladen der eigenen Gedanken und Sorgen.



Unsere Hündin wollte dann so schnell wie möglich ins trockene und wir gingen gelöst zurück.

Der Regen war nur noch ein leichtes Tröpfeln, die Wolken zogen schnell im Wind vorbei und das erste strahlende Blau machte sich am Himmel breit. Es dauerte nicht lange und der Himmel wurde immer blauer, freundlicher und wirkte wie ausgewechselt. Kurz bevor wir zu Hause ankamen, wir bogen gerade um die Ecke zeigte sich der schönste Regenbogen, den ich seit langem gesehen habe. Er war in seinen Farben so kräftig und gleichzeitig zart, so nah und schien uns doch so fern.

Wir blieben wie angewurzelt stehen und konnten vor lauter Staunen kein Wort heraus bringen.


Alles was wir in diesem Moment wahr genommen haben, war ein Gefühl von Notwendigkeit.


Wir waren dankbar diesen Moment erlebt und bewusst wahrgenommen zu haben, wie notwendig es ist, Gedanken loszulassen, sie zu entladen. Der Natur gleichzutun, angestaute Energie abzubauen.

Wir sind also durch den Regen getanzt, haben uns voller Demut den Donnergeräuschen und Blitzen hingegeben und wurden danach mit dem schönsten Regenbogen voller Farben, positiver Energie und neuen Möglichkeiten belohnt.

Es hat uns einmal mehr gezeigt wie wichtig das Zusammenspiel ist, ein strahlender Regenbogen entsteht niemals ohne Gewitter. Die tollsten Ideen, Visionen und positiven Gefühle, entstehen nicht ohne auch einmal dunkle Gedanken zu beobachten, sie anzunehmen.


Beides ist ok, beides unterstützt uns und macht uns einzigartig.


Als wir zu Hause angekommen sind und an diesem Abend uns schlafen gelegt haben, waren unsere letzten gemeinsamen Gedanken nochmals das Gewitter und der Regenbogen.

Am nächsten Morgen wachte ich mit einer Idee auf, so klar und kraftvoll, wie ich sie nur selten habe.

Ich verschwand in meiner Werkstatt und wollte das Ereignis, die Gefühle in Schmuckstücke umsetzen. Ich wollte, dass dieses Gefühl von gestern bleibt. Und ich wollte es weiter geben an alle, die meine Schmuckstücke tragen.

Also ließ ich meine Hände von ganz alleine arbeiten, meiner Kreativität waren keine Grenzen gesetzt und ich habe zwei Ketten kreiert die für immer an das Zusammenspiel von hell & dunkel, von Gewitter & Regenbogen, aber vor allem an die Notwendigkeit beider Energien erinnern sollen.

Das Entladen um wieder Platz zu schaffen, Platz für das Schöne, das oftmals bereits um die Ecke auf uns wartet.


ENTDECKE MEINE NEUEN SCHMUCKSTÜCKE UND HOL DIR DEN ZAUBER NACH HAUSE.





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